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Chronik des MV Eintracht Attenhofen

Nach Aussagen von Attenhofener Bürgern, die um das Jahr 1900 herum lebten und nach Berichten des langjährigen Chronisten Karl Hailer gehen die Wurzeln der Attenhofer Blasmusik bis zum Jahre 1852 zurück. Offiziell bestätigt ist das Gründungsjahr 1860. (Wir haben in dieser Chronik ein paar Bilder vergangener Zeiten platziert.)
Ein Name, der untrennbar mit der Entstehung und dem Aufbau der Blasmusik in Attenhofen verbunden ist, ist Wendelin Krettenauer.

Er und sechs weitere junge Männer verhalfen im Jahr 1860 dem kleinen Ort Attenhofen zu einer Blaskapelle. Da es damals noch keine Musikverlage gab, mussten sich die Musiker und allen voran Wendelin Krettenauer den größten Teil des Notenmaterials selbst schreiben.

Um das Jahr 1870 wird von folgenden Musikern berichtet:

  • Wendelin Krettenauer: Trumba alto
  • Vinzenz Ilg: Flügelhorn
  • Mattäus Maier: Althorn
  • Josef Willbold: Basso
  • Norbert Willbold: 1. Basstrumba u. Es-Trumba
  • Thomas Hinträger: 1. Basstrumba
  • Anton Willbold: 2. Basstrumba.

Um das Jahr 1885 verstärkten folgende Musiker die Gruppe:

  • Konrad Willbold: Es-Trumba
  • Konstantin Bidell: Es-Trumba

Diese kleine Gruppe erfreute sich schon in der damaligen musikarmen Zeit allgemeiner Wertschätzung und war in der ganzen Umgebung sehr gefragt.

Einen weiteren Aufschwung erlebte die Musik in Attenhofen, als im Jahr 1892 der bisherige Chronist Karl Hailer die Leitung der Blaskapelle übernahm.
Dazu kamen weitere Musiker, wie Johannes Krämer, als 1. Hornbläser, sowie Johann Arnold, Ulrich Eberle (genannt der „Pfeffer Uri“) und Leonard Riggenmann, die dazu beitrugen, dass die Musik in Attenhofen weiterbestehen konnte.

Ein Bild aus vergangenen Tagen
Ein Bild aus vergangenen Tagen.

Allen Umständen zum Trotz konnte auch der 1. Weltkrieg dem musikalischen Wirken in Attenhofen keinen Abbruch tun. Waren die Anlässe in dieser schweren Zeit auch nicht immer fröhlich, so setzten doch die verbliebenen Musiker alles daran, die Tradition weiter zu führen und die Musik zu erhalten.

In den folgenden Jahren erfreute sich die Kapelle wie auch schon vor dem Krieg großer Beliebtheit und es traten immer wieder junge Burschen in die Blaskapelle ein.

Eine große Hilfe finanzieller Art war zu dieser Zeit Pfarrer Haas, der heute noch auf die Rückzahlung seiner 100 Gulden wartet, die der den Musikern geliehen hatte und der verstarb, bevor das Darlehen zurück gezahlt werden konnte.

Neben 9 jungen Burschen trat auch Ludwig Krettenauer sen., ein Enkel des Gründers Wendelin Krettenauer, der Kapelle bei und bereits kurze Zeit später wurde er mit der Leitung der Kapelle betraut.

So wie bereits im 1. Weltkrieg, so gab es auch in den Jahren des 2. Weltkriegs keine musikalische Unterbrechung, man spielte eben geschwächt mit den verbleibenden Musikern weiter, so die Aussage von Ludwig Krettenauer.

Nur 3 Jahre nach Beendigung des Krieges wurde Max Baur zum 1. Vorstand des neu gegründeten Musikvereins Eintracht Attenhofen e.V., der der Blaskapelle angegliedert wurde, gewählt.

Nach 1945 war es vor allem der Verdienst von Ludwig Krettenauer sen., dass die Anzahl der Musiker stetig zunahm, da er selbst einen Grossteil der Nachwuchsmusiker ausbildete.

Ludwig Krettenauer sen.
Die Zeiten haben sich geändert - nicht jedoch die Freude an guter Musik im Verein.

So ist es vor allem seinem Engagement zu verdanken, dass für die Musiker 1963 eine einheitliche Schwäbische Tracht angeschafft wurde. Auch die Damen wurden nicht vergessen, die seit den 70er-Jahren ihren festen Platz in der Kapelle einnehmen.

Der Chronist Karl Hailer verstarb 1960 im Alter von 86 Jahren.
Ihm verdankt der Verein viele Aufzeichnungen, ohne die es heute kaum möglich wäre, die Geschichte und die Anfänge der Blasmusik in Attenhofen so gut nachzuvollziehen. Vor allem hielt er handschriftlich das damalige Zeitgeschehen fest und so können wir heute unser Gründungsjahr 1860 glaubhaft nachweisen.

1963 übernahm Ludwig Krettenauer jun. den Dirigentenstab von seinem Vater, der für seine erbrachten Dienste gebührend geehrt und zum Ehrendirigenten ernannt wurde.

Zum neuen 1. Vorstand wurde 1965 Josef Müller gewählt, der dieses Amt bis zum Jahre 1999 innehatte und somit der Vorstandschaft des Musikvereins sage und schreibe 34 Jahre vorstand. In dieser Zeit hat er großartiges für den Verein geleistet!

Die Verleihung der Pro-Musika-Plakette durch den damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann im Mai 1972 stellte einen neuen Höhepunkt in der Geschichte der Attenhofer Blasmusik dar. Auf dieser Urkunde wurde das Gründungsjahr 1860 offiziell bestätigt.

1971 konnte der damalige Dirigent Ludwig Krettenauer mit der
Ausbildung von stattlichen 30 Musik-Zöglingen beginnen, die zu seinem Stolz bereits im Jahr 1972 zum 100-Jährigen Jubiläum ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten.

Ehrendirigent Ludwig Krettenauer sen. verstarb im Oktober 1982 im Alter von 81 Jahren.

Einer der großen Höhepunkte im Musik- u. Vereinsleben war wohl im Juni 1985 die Ausrichtung des Bezirksmusikfestes mit Wertungsspielen des Bezirks 9 im Allgäu-Schwäbischen-Musikbundes, anlässlich des 125-Jährigen Bestehens der Blasmusik in Attenhofen.

Nachdem sich im Jahr 1985 Dirigent Ludwig Krettenauer jun. vom aktiven Vereinsleben verabschiedete, begann im Jahr 1986 eine neue Epoche mit der Wahl von Hubert Glogger zum 1. Dirigenten. Bisher hatte er das Amt des stellvertretenden Dirigenten inne.

Wie auch sein Vorgänger wollte Hubert Glogger nicht nur Dirigent sein. Ihm lag vor allem auch die Aus- und Weiterbildung von zahlreichen musikinteressierten Jugendlichen sehr am Herzen. Zusätzlich beteiligte sich auch die neugegründete Musikschule in Weißenhorn, der der Musikverein als Mitglied angehört, an der Ausbildung unserer Jungmusiker.

In den zurückliegenden Jahren wurden viele langjährige und verdiente Musikkameraden
zu Ehrenmitgliedern ernannt. So auch Ludwig Krettenauer, der anlässlich seines
60. Geburtstags im Frühjahr 1999 zum Ehrendirigenten ernannt wurde.

Im Jahr 1999 übernahm Reinhard Wenzel das Amt des 1. Vorstands von Josef Müller, der nach 34 Jahren als 1. Vorstand auf ein ausgefülltes Vereinsleben zurückblicken konnte. Für seine zahlreichen Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Zu seinem 140- Jährigen Bestehen lud der Musikverein im Jahr 2000 zahlreiche Gäste zu einem 3-tägigen Zeltfest ein. Das Programm bewies Abwechslung und bot sowohl der Jugend einen Rock-Abend am Freitag, als auch der älteren Generation einen schönen Samstagabend mit Blasmusik vom Feinsten mit den Rothtalmusikanten aus Oberroth. Am Sonntag dann sorgten Blaskapellen aus der Region für gute Unterhaltung.

Zum Frühjahrskonzerts 2001 konnte der Musikverein den Zuhörern eine kleine Besonderheit präsentieren. Die Musikkapelle spielte zum 1. mal zusammen mit einer Gruppe von Blockflötenkindern, die ihren 1. öffentlichen Auftritt sehr gekonnt meisterten. Für das Stück „Fiorellina“ von Kurt Gäble erhielten die Mädchen und Buben sehr viel Applaus. Und weil nach diesem Auftritt die Nachfrage stieg, und sich gleich 17 Kinder meldeten, die ebenfalls Blockflöte lernen wollten, wurde dem Musikverein offiziell eine Flötengruppe angegliedert, die sofort weiteren regen Zuspruch bei den Kindern unseres Dorfes und sogar bei Kindern u. deren Eltern von außerhalb fand. Mit der Ausbildung der „Flöfantis“ wurde Margit Nägele, eine ehemalige Musikerin unserer Kapelle betraut.

Nachdem der Musikverein in den vergangen Jahren öfters Pech mit dem Wetter bei der Ausrichtung des „Gartenfests“ hatte, beriet die Vorstandschaft über Alternativen. Heraus kam unser

 

Blech am Bach

 

das erstmals im Jahre 2002 stattfand. Nach reichlich Planungen und jeder Menge Schweiß konnte das Fest am Samstag den 22.06.02 bei super Sommer-Wetter beginnen. Für musikalischen Auftakt sorgen am Samstagabend die Rothtalmusikanten aus Oberroth unter der Leitung von Walter Schwägerl. Die gute Musik und das warme Wetter sorgten für zahlreiche Gäste, die ausgezeichnet von unserer Küchencrew und mit Getränken bewirtet wurden. Das gute Wetter hielt an und so war es für die eingeladenen Kapellen ein Vergnügen die Gäste zu unterhalten. Für die Kinder
wurde am Sonntagnachmittag ein Kinderschminken und Bockstechen, mit tollen Preisen angeboten, was vor allem bei den „Kleinsten“ sehr gut ankam.

Besonderer Höhepunkt des Musikerjahres ist das alljährlich am Palmsonntag stattfindende Frühjahrskonzert in Attenhofen im Saal des Gasthauses Hirsch, zu dem die Kapelle jedes Jahr eine Gastgruppe, einen befreundeten Musikverein oder einen Chor, einlädt.

Der Spaß darf natürlich auch bei der Musikkapelle nicht zu kurz kommen und so lassen es sich viele Musiker nicht nehmen, an den im Abstand von ca. 2 Jahren stattfinden Musikerausflügen teilzunehmen. Viele Ziele wurden dabei in den vergangen Jahren bereits angesteuert. So führten die Ausflüge die Musiker und alle interessierten Mitreisenden z.B. nach Tirol ins Zillertal u. ins Pitztal, nach Calw in den nördlichen Schwarzwald, nach Kirchheim in Unterfranken oder zu einer Weinprobe an die Mosel.
Der letzte Ausflug führte die Musikkapelle in den hohen Norden, nach Bremerhaven. Obwohl das Wetter nicht wie erwartet war, eher etwas kühl, regnerisch und windig, hielt dies uns nicht davon ab, das geplante Programm durch zu führen. Und obwohl uns „Landratten“ bei Windstärke 8 nicht mehr ganz wohl war, so haben wir doch alle unseren Ausflug auf `s Wasser überlebt.

Die Musiker der Blaskapelle Attenhofen und die Vorstandschaft wünschen für die Zukunft:

Viva la Musica - Es lebe die Musik



 Autor: siegfriedpecher -- Dienstag, 15. Dezember 2009; 20:42:51 Uhr

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